Wir haben in Honduras ein neues Hobby entdeckt: Tauchen! Nachdem wir in San Pedro Sula unsere Velos für eine Woche eingestellt hatten, machten wir uns per Bus und Fähre auf die Karibikinsel Roatan, wo wir während vier Tagen das Taucher-Brevet absolvierten. Auf dieser Insel dreht sich alles ums Tauchen. Es hat sehr viele Tauchshops und viele Ausländer, die dort ein Hotel oder ein Restaurant besitzen. Entsprechend teurer als auf dem Festland sind Kost und Logis, nicht hingegen das Tauchen. Dieses sei dort billiger als nirgendwo. Es wird wohl an der Konkurrenz liegen. Da das Wetter nicht optimal war, kam es uns gelegen, nicht auf dem Velo zu sitzen, sondern unterwasser die Fisch- und Korallenwelt zu bestaunen.
Nach einer Woche Veloabstinenz sassen wir wieder gut im Sattel und kamen schnell vorwärts in Richtung honduranische Berge. Unterwegs besuchten wir den Wasserfall Pulhapanzak und plantschten oberhalb in der Lagune. Die Abkühlung tat richtig gut, herrschten doch auf dem Velo nicht selten über 40 Grad! Weiter gings am Lago de Yojoa entlang in die Berge. Die Velotage waren bei dieser Hitze happig und wir erreichten erst nach weiteren zwei Tagen die Hauptstadt Tegucigalpa. Kurz vor der Einfahrt konnten wir unseren 10'000sten km feiern. Ausserdem war Halbzeit unserer Reise. Dementsprechend gingen wir abends in Tegucigalpa dick Sushi essen. Zwei Tage später überquerten wir schon die Grenze zu Nicaragua.
Dort konnten wir endlich wieder unsere heissgeliebten frittieren, grünen Bananen (Tostones/Patacones) nebst Bohnen und Reis essen. In Honduras war die Versorgung um einiges schwieriger, da ausser frittiertem Poulet und amerikanischem Fastfood nicht viel Gescheites zu kriegen war. Wir durchquerten rasch den gebirigen Norden des Landes und stellten unseren Tagesdistanzrekord mit 159 km und 926 Höhenmetern auf. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie sich unsere Hintern nach über acht Stunden Fahrtzeit angefühlt haben! Der östliche Teil des Landes ist nur dünn besiedelt und für uns streckenmässig zu weit entfernt. Dementsprechend haben wir uns auf die Highlights im Süden von Nicaragua konzentriert:
- Per Velo an den Kraterrand des dampfenden Vulkans Masaya gefahren;
- Streifzug durch die herausgeputzte Kolonialstadt Granada;
- Fährfahrt auf die Binnenseeinsel Isla de Ometepe mit ihren beiden Vulkanen Madera und Conception, wo wir uns momentan befinden.
Nicaragua erscheint uns bisher als ärmstes Land in Zentralamerika, was mit der bitteren Vergangenheit des Landes zu tun hat. Viele Kinder gehen nicht zur Schule, haben kaum Kleider und lungern auf den Strassen herum. Bereits ein Bonbon unsererseit zaubert jeweils ein Lachen auf ihre Gesichter. Man wird sich bewusst, wie gut man es in der Schweiz hat.
Morgen werden wir noch ein wenig auf der Isla de Ometepe herumkurven und am Nachmittag die Fähre zurück aufs Festland nehmen. Costa Rica ist dann nur noch einen Katzensprung entfernt. Da wir schon vor drei Jahren in diesem Land geradelt sind, ist das dort fast wie ein Heimspiel. Hoffentlich regnet es dieses Mal weniger!
Freitag, 20. Februar 2009
Samstag, 31. Januar 2009
Guatemala
Nach dem schlechten Start in Guatemala, Raphael hütete fünf Tage das Bett, konnten wir die hügelige Landschaft unter die Räder nehmen. Für die Einheimischen waren wir oft eine Attraktion. Zahlreiche Kinder rannten an die Strasse und winkten uns nach. Am Anfang fragten wir uns, wieso es immer so viele davon hatte, bis wir erfuhren, dass eine Famile oftmals aus zwölf Nasen besteht.
Die Armut ist in Guatemala recht gross: Frauen waschen von Hand, die Hütten sind mit Wellblech bedeckt und die Grossfamilien scheinen in einem Raum zu leben. Gekocht wird am offenen Feuer und Elektrizität ist auch keine Selbstverständlichkeit.
Nach drei Radlertagen erreichten wir Quetzaltenango, wo wir in heissen Thermalquellen plantschten und tagsdarauf den Vulkan Santa Maria auf 3772 Meter über Meer bestiegen. An touristischen Orten machten wir es uns zur Gewohnheit, immer gut essen zu gehen. Da wir die Tortillas langsam satt haben, kann das auch mal asiatisch oder indisch sein. Ausserdem ist in den Hostals in tourischen Orten die Kontaktaufnahme mit anderen Reisenden sehr einfach, sodass man oft seine Erlebnisse teilen und weitergeben kann.
Ein weiteres Ziel war der Lago de Atitlan, welchen wir innert einem Radlerag erreichten. Südlich des Sees thronen drei Vulkane, welche uns zusammen mit dem See einen wunderbaren Sonnenuntergang bescherten. Der See liegt übrigens auf ca. 1500 Meter über Meer und die Strasse Richtung Guatemala City steigt auf fast 3000 Meter an. Aber auch dieses harte Stück Arbeit meisterten wir innert zwei Tagen, sodass wir planmässig in La Antigua ankamen. Auch in diesem Ort thronen fast in jeder Himmelsrichtung Vulkane.
Julia entschloss sich kurzerhand, einen Repetierkurs in Spanisch zu belegen. Ausserdem bestiegen wir mit einer organisierten Tour den aktiven Vulkan Pacaya. Der Spaziergang über die erloschene Lava hatte etwas ganz kitzliges, brodelte und dampfte doch darunter noch flüssige Lava.
Nach vier Übernachtungen in La Antigua war es an der Zeit, die Berge langsam in Richtung Karibik zu verlassen. Dazu mussten wir durch die Grossstadt Guatemala City mit 3.5 Mio. Einwohnern radeln. Die Durchquerung verlief einfacher als wir erwartet hatten und im Stau waren wir freche Velofahrer um einiges schneller als die Autos.
Zusammen mit vielen Bananenlastwagen, die zum Verladen Richtung Küste fuhren, gings nach Quirigua, wo wir realtiv unbekannte Ruinen besuchten. Wir liefen ca. 3 km an Bananenplantagen entlang; Dole und Chiquita lassen grüssen.
Der Weg nach Rio Dulce war nicht mehr weit. Vor Ort wurden wir per Boot zu einem von Schweizern geführten Hotel chauffiert. Die Unterkunft in tropischer Vegetation ist nämlich nur per Wasserstrasse erreichbar. Kein Wunder, dass wir in einem Schweizer Hotel weitere Schweizer und eine Deutsche trafen, mit welchen wir einen gemütlichen Abend verbrachten. Wir liessen unsere Velos für zwei Tage stehen und fuhren per Bus zu den Mayaruinen Tikal, deren Besuch für jeden Guatemalareisenden ein Muss ist. Die Ruinen waren sehr imposant, doch von der Tierwelt waren wir ebenso beeindruckt: Über unseren Köpfen turnten und kreischten Affen und endlich bekamen wir einen langersehnten Tukan aus der Nähe zu Gesicht. Zufrieden fuhren wir per Bus und Boot ins Schweizerhotel zurück und stellten erfreut fest, dass die anderen immer noch dort waren. Znacht gabs natürlich “Brägu” (Rösti) und Zürchergeschnetzeltes; ein willkommenes Stück Heimat nach knapp einem halben Jahr auf Reisen. Raphael konnte sogar wieder einmal einen Jass klopfen.
Tagsdarauf liessen wir uns mitsamt Velos per Boot den Rio Dulce hinunter nach Livingston an die Karibik und einen Tag später per Fähre nach Puerto Barrios befördern. Nach fünf velofreien Tagen freuten wir uns wieder aufs radeln und überquerten bald die Grenze zu Honduras. Da es sehr feuchtheiss war, taten die kurzen Regenschauer richtig gut. Kaum zu glauben, aber das war unsere erste Regenfahrt seit Las Vegas im Oktober 2008!
Das vielseitige Guatemala hat uns sehr gut gefallen, auch wenn ganz viele harte Anstiege zu bewältigen waren. Das Land hat auf realtiv kleinem Raum viel Natur und Archäologie zu bieten. Zum Glück hatten wir schon vorher ein paar Velokilometer in den Beinen, denn ein Ferienstart in diesem Land wäre fast unmöglich gewesen.
Einen direkten Link zu den Fotos gibt es hier.
Die Armut ist in Guatemala recht gross: Frauen waschen von Hand, die Hütten sind mit Wellblech bedeckt und die Grossfamilien scheinen in einem Raum zu leben. Gekocht wird am offenen Feuer und Elektrizität ist auch keine Selbstverständlichkeit.
Nach drei Radlertagen erreichten wir Quetzaltenango, wo wir in heissen Thermalquellen plantschten und tagsdarauf den Vulkan Santa Maria auf 3772 Meter über Meer bestiegen. An touristischen Orten machten wir es uns zur Gewohnheit, immer gut essen zu gehen. Da wir die Tortillas langsam satt haben, kann das auch mal asiatisch oder indisch sein. Ausserdem ist in den Hostals in tourischen Orten die Kontaktaufnahme mit anderen Reisenden sehr einfach, sodass man oft seine Erlebnisse teilen und weitergeben kann.
Ein weiteres Ziel war der Lago de Atitlan, welchen wir innert einem Radlerag erreichten. Südlich des Sees thronen drei Vulkane, welche uns zusammen mit dem See einen wunderbaren Sonnenuntergang bescherten. Der See liegt übrigens auf ca. 1500 Meter über Meer und die Strasse Richtung Guatemala City steigt auf fast 3000 Meter an. Aber auch dieses harte Stück Arbeit meisterten wir innert zwei Tagen, sodass wir planmässig in La Antigua ankamen. Auch in diesem Ort thronen fast in jeder Himmelsrichtung Vulkane.
Julia entschloss sich kurzerhand, einen Repetierkurs in Spanisch zu belegen. Ausserdem bestiegen wir mit einer organisierten Tour den aktiven Vulkan Pacaya. Der Spaziergang über die erloschene Lava hatte etwas ganz kitzliges, brodelte und dampfte doch darunter noch flüssige Lava.
Nach vier Übernachtungen in La Antigua war es an der Zeit, die Berge langsam in Richtung Karibik zu verlassen. Dazu mussten wir durch die Grossstadt Guatemala City mit 3.5 Mio. Einwohnern radeln. Die Durchquerung verlief einfacher als wir erwartet hatten und im Stau waren wir freche Velofahrer um einiges schneller als die Autos.
Zusammen mit vielen Bananenlastwagen, die zum Verladen Richtung Küste fuhren, gings nach Quirigua, wo wir realtiv unbekannte Ruinen besuchten. Wir liefen ca. 3 km an Bananenplantagen entlang; Dole und Chiquita lassen grüssen.
Der Weg nach Rio Dulce war nicht mehr weit. Vor Ort wurden wir per Boot zu einem von Schweizern geführten Hotel chauffiert. Die Unterkunft in tropischer Vegetation ist nämlich nur per Wasserstrasse erreichbar. Kein Wunder, dass wir in einem Schweizer Hotel weitere Schweizer und eine Deutsche trafen, mit welchen wir einen gemütlichen Abend verbrachten. Wir liessen unsere Velos für zwei Tage stehen und fuhren per Bus zu den Mayaruinen Tikal, deren Besuch für jeden Guatemalareisenden ein Muss ist. Die Ruinen waren sehr imposant, doch von der Tierwelt waren wir ebenso beeindruckt: Über unseren Köpfen turnten und kreischten Affen und endlich bekamen wir einen langersehnten Tukan aus der Nähe zu Gesicht. Zufrieden fuhren wir per Bus und Boot ins Schweizerhotel zurück und stellten erfreut fest, dass die anderen immer noch dort waren. Znacht gabs natürlich “Brägu” (Rösti) und Zürchergeschnetzeltes; ein willkommenes Stück Heimat nach knapp einem halben Jahr auf Reisen. Raphael konnte sogar wieder einmal einen Jass klopfen.
Tagsdarauf liessen wir uns mitsamt Velos per Boot den Rio Dulce hinunter nach Livingston an die Karibik und einen Tag später per Fähre nach Puerto Barrios befördern. Nach fünf velofreien Tagen freuten wir uns wieder aufs radeln und überquerten bald die Grenze zu Honduras. Da es sehr feuchtheiss war, taten die kurzen Regenschauer richtig gut. Kaum zu glauben, aber das war unsere erste Regenfahrt seit Las Vegas im Oktober 2008!
Das vielseitige Guatemala hat uns sehr gut gefallen, auch wenn ganz viele harte Anstiege zu bewältigen waren. Das Land hat auf realtiv kleinem Raum viel Natur und Archäologie zu bieten. Zum Glück hatten wir schon vorher ein paar Velokilometer in den Beinen, denn ein Ferienstart in diesem Land wäre fast unmöglich gewesen.
Einen direkten Link zu den Fotos gibt es hier.
Samstag, 10. Januar 2009
Adios Mexico, bienvenidos en Guatemala
Seit dem letzten Bericht konnten unsere Velocomputer nicht so viele Kilometer zählen. Zuerst einmal ersparten wir uns die Strecke zwischen Puebla und Oaxaca, indem wir den Bus nahmen. Die Velos konnten wir problemlos im Gepäckraum verstauen. Oaxaca zeigte sich als weitere schöne Kolonialstadt mit Ruinen am Stadtrand, welche wir besuchten. Auf den Märkten wurden Maden und Heuschrecken zum Essen verkauft, um welche wir natürlich einen grossen Bogen machten.
Wir entschieden uns, Weihnachten am Strand in Puerto Escondido zu verbringen. Der Weg dorthin war hart, ging es doch, wie man meinen könnte, vom Hochland ans Meer nicht nur abwärts. Viele langen Steigungen warteten auf uns und wir stellten einen neuen Tagesrekord auf (2056 Höhenmeter auf 122km).
Die Weihnachtstage verbrachten wir mit Baden im Meer, gut essen und Kaffe, Bier, Margarita trinken im Schatten bei über 30 Grad. Nach den Festtagen radelten wir weiter bis zu einem Baderesort namens Bahias de Huatulca. Dort herrschte Hochsaison und wir mussten lange für ein freies Zimmer suchen. Zum zweiten Mal nahmen wir den Bus, diesmal für eine lange Strecke. Die Fahrt bis San Cristobal de las Casas dauerte die ganze Nacht. Von dort aus besuchten wir die Mayaruinen in Palenque, die wunderschönen Lagunen Agua Azul und den Wasserfall Misol-Ha. Nun wurde es aber wieder Zeit auf den Velosattel zu steigen. Leider schafften wir es nur knapp über die Grenze von Guatemala, da Raphael am Grenzort La Mesilla das Krankenbett hüten musste. An nicht touristischen Orten ist es nämlich manchmal schwierig, Essen zu finden, welches mit Sicherheit sauber zubereitet wurde. Wir sind nun schon mehrere Male erkrankt...aber wir haben immer noch Spass, denn "sicheren" Salat gibt es wenigstens noch im Mc Donalds!
Wir entschieden uns, Weihnachten am Strand in Puerto Escondido zu verbringen. Der Weg dorthin war hart, ging es doch, wie man meinen könnte, vom Hochland ans Meer nicht nur abwärts. Viele langen Steigungen warteten auf uns und wir stellten einen neuen Tagesrekord auf (2056 Höhenmeter auf 122km).
Die Weihnachtstage verbrachten wir mit Baden im Meer, gut essen und Kaffe, Bier, Margarita trinken im Schatten bei über 30 Grad. Nach den Festtagen radelten wir weiter bis zu einem Baderesort namens Bahias de Huatulca. Dort herrschte Hochsaison und wir mussten lange für ein freies Zimmer suchen. Zum zweiten Mal nahmen wir den Bus, diesmal für eine lange Strecke. Die Fahrt bis San Cristobal de las Casas dauerte die ganze Nacht. Von dort aus besuchten wir die Mayaruinen in Palenque, die wunderschönen Lagunen Agua Azul und den Wasserfall Misol-Ha. Nun wurde es aber wieder Zeit auf den Velosattel zu steigen. Leider schafften wir es nur knapp über die Grenze von Guatemala, da Raphael am Grenzort La Mesilla das Krankenbett hüten musste. An nicht touristischen Orten ist es nämlich manchmal schwierig, Essen zu finden, welches mit Sicherheit sauber zubereitet wurde. Wir sind nun schon mehrere Male erkrankt...aber wir haben immer noch Spass, denn "sicheren" Salat gibt es wenigstens noch im Mc Donalds!
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl

Gerade mal 50km von Mexiko City entfernt thronen zwei atemberaubende Vulkane: Popocatépetl und Iztaccíhuatl. Der Legende nach waren Izta und Popo ein Liebespaar. Als Popo in den Krieg ziehen musste, und Izta die Nachricht über Popos angeblichen Tod erhielt, starb sie aus Trauer. Popo beerdigte seine Geliebte nach seiner Rückkehr in den Bergen und starb an ihrer Seite. Die Götter verwandelten die beiden in Berge; Izta als schlafende Frau, und Popo als Wächter über sie.
Zu unsere Fotostory klicke hier.
Montag, 15. Dezember 2008
Kolonialstaedte des zentralen Hochlandes
Es sind fast drei Wochen seit dem letzten Bericht vergangen. Der Weg führte uns weiter durch die Silberstädte Mexikos.
In Aguascalientes besuchten wir das Museo de la muerte. Der Tod ist für die Mexikaner ein grosses Thema. Weiter gings nach Guanajuato. Um in die Stadt zu gelangen, mussten wir mehrere Kilometer durch Tunnels radeln. Danach bewunderten wir die alten Gebäude vor allem zu Fuss. Da das Funiculaire nicht fuhr, nahmen wir die Treppe zum Mirador (Aussichtspunkt). Die Sicht auf die farbenfrohen Häuser könnt ihr auf den Fotos sehen.
In San Miguel de Allende leben viele ausgewanderte Amerikaner. So kam es, dass wir für drei Tage bei Nancy, einer pensionierten Amerikanerin, couchsurfen durften. Wir wurden richtig verwöhnt mit gutem Essen, Stadtbesichtigungen und Konzertbesuchen. Netterweise fuhr uns Nancy auch gleich mitsamt Velos in die nächste grössere Stadt, und so konnten wir 50km sparen. Der Abschied danach fiel sowohl ihr als auch uns schwer.
In Zitacuaro nahmen wir am St. Nikolaustag den Bus zu den Monarchschmetterlingen, welche wir dort in einem Reservat zu Millionen vorfanden. Die Prachtsexemplare fliegen jedes Jahr von Kanada nach Mexiko. Jedoch erreicht nur jeweils die dritte Generation ihr Ziel, da die Reise in ca. 150 Metern Höhe und bei gerade mal 12km/h sehr lange dauert.
Auf dem Weg nach Toluca sahen wir von Weitem den Vulkan Nevado de Toluca. Diesen wollten wir unbedingt besteigen. Wir machten es uns ziemlich einfach und liessen uns mit einem Taxi hochfahren. Die letzten 300 Hönenmeter zu Fuss waren überhaupt nicht schlimm und die Aussicht auf die Kraterseen Luna y Sol unvergesslich schön.
Die Weiterreise nach Taxco hatte es in sich, mussten nämlich nach 100 km weitere 10 km bei 6% Steigung zurückgelegt weden. Wir schafften es noch knapp bei Tageslicht an unser Ziel. In dieser weissen Stadt gibt es überall Silberschmuck zu kaufen. Nur schade, dass Taxco so viel Verkehr hat und man als Fussgänger und Velofahrer den kürzeren zieht. Von Taxco aus besuchten wir per Bus und Taxi Mexikos spektakulärste Tropfsteinhöhlen, die Grutas de Cacahuamilpa. Während zwei Stunden wird der Besucher 2km ins Bergesinnere geführt. Die Höhlen mit ihren Formationen sind wunderbar beleuchtet.
Momentan befinden wir uns in Amecameca mit Sicht auf die Vulkane Itzta und Popo. Wir wissen noch nicht genau wo wir Weihnachten verbringen werden.
Auf jeden Fall wünschen wir Euch frohe Weihnachten mit viel Schnee! Hier habt Ihr einen direkten Link zu unseren Fotos.
In Aguascalientes besuchten wir das Museo de la muerte. Der Tod ist für die Mexikaner ein grosses Thema. Weiter gings nach Guanajuato. Um in die Stadt zu gelangen, mussten wir mehrere Kilometer durch Tunnels radeln. Danach bewunderten wir die alten Gebäude vor allem zu Fuss. Da das Funiculaire nicht fuhr, nahmen wir die Treppe zum Mirador (Aussichtspunkt). Die Sicht auf die farbenfrohen Häuser könnt ihr auf den Fotos sehen.
In San Miguel de Allende leben viele ausgewanderte Amerikaner. So kam es, dass wir für drei Tage bei Nancy, einer pensionierten Amerikanerin, couchsurfen durften. Wir wurden richtig verwöhnt mit gutem Essen, Stadtbesichtigungen und Konzertbesuchen. Netterweise fuhr uns Nancy auch gleich mitsamt Velos in die nächste grössere Stadt, und so konnten wir 50km sparen. Der Abschied danach fiel sowohl ihr als auch uns schwer.
In Zitacuaro nahmen wir am St. Nikolaustag den Bus zu den Monarchschmetterlingen, welche wir dort in einem Reservat zu Millionen vorfanden. Die Prachtsexemplare fliegen jedes Jahr von Kanada nach Mexiko. Jedoch erreicht nur jeweils die dritte Generation ihr Ziel, da die Reise in ca. 150 Metern Höhe und bei gerade mal 12km/h sehr lange dauert.
Auf dem Weg nach Toluca sahen wir von Weitem den Vulkan Nevado de Toluca. Diesen wollten wir unbedingt besteigen. Wir machten es uns ziemlich einfach und liessen uns mit einem Taxi hochfahren. Die letzten 300 Hönenmeter zu Fuss waren überhaupt nicht schlimm und die Aussicht auf die Kraterseen Luna y Sol unvergesslich schön.
Die Weiterreise nach Taxco hatte es in sich, mussten nämlich nach 100 km weitere 10 km bei 6% Steigung zurückgelegt weden. Wir schafften es noch knapp bei Tageslicht an unser Ziel. In dieser weissen Stadt gibt es überall Silberschmuck zu kaufen. Nur schade, dass Taxco so viel Verkehr hat und man als Fussgänger und Velofahrer den kürzeren zieht. Von Taxco aus besuchten wir per Bus und Taxi Mexikos spektakulärste Tropfsteinhöhlen, die Grutas de Cacahuamilpa. Während zwei Stunden wird der Besucher 2km ins Bergesinnere geführt. Die Höhlen mit ihren Formationen sind wunderbar beleuchtet.
Momentan befinden wir uns in Amecameca mit Sicht auf die Vulkane Itzta und Popo. Wir wissen noch nicht genau wo wir Weihnachten verbringen werden.
Auf jeden Fall wünschen wir Euch frohe Weihnachten mit viel Schnee! Hier habt Ihr einen direkten Link zu unseren Fotos.
Mittwoch, 26. November 2008
Von der Küste ins zentrale Hochland
Die Fahrt mit der Fähre von La Paz nach Mazatlan dauerte fast 16 Stunden. Also leisteten wir uns den Luxus einer Kabine, anstatt wie im Flugzeug eingeklemmt auf Stühlen ausharren zu müssen. Die Velos waren sicher unter Deck im Laderaum verstaut. Mazatlan ist eine schöne Küstenstadt mit interessanter Altstadt. Wir bummelten ein bisschen herum, profitierten vom Fischangebot und badeten im Meer. Es war heiss und wir sehnten uns nach kühleren Temperaturen. Da wir uns für den Weg in die Berge anstatt der Küste entlang entschieden hatten, wussten wir, dass wir ein paar harte Radlertage vor uns hatten. Dem war dann tatsächlich auch so. Die 300km von Mazatlan am Meer nach Durango auf knapp 2000m über Meer hatten es in sich, lohnten sich aber allemal. Wir benötigten vier Tage, um die ca. 5000 Höhenmeter mit viel auf und ab abzustrampeln. Die Blicke, welche uns die Sierra Madre Occidental lieferte, waren atemberaubend. Auch die Temperaturen sanken; es wurde fast zu kalt. Beispielsweise herrschten am vierten Morgen auf ca. 2500m gerade einmal 2 Grad. Unvorstellbar, dass wir drei Tage vorher noch bei einer Affenhitze im Meer badeten.
Von Durango fuhren wir weiter nach Zacatecas auf 2500m. Die wunderschöne Altstadt wurde zurecht zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Wir machten eine Stadtrundfahrt, besuchten die Silbermine und fuhren mit der Gondel, made in Switzerland, auf den Cerro de la Bufa.
Grundsätzlich sei jedoch hier erwähnt, dass alle Kolonialstädte bisher ein charmantes Altstadtviertel mit klotzigen Kirchen, Plätzen und Parks zu bieten hatten.
Auch auf dieser Höhe ist eine Heizung keine Selbstverständlichkeit. Aber wir kämpfen manchmal um einen kleinen Ofen, mit dem wir die Temeperaturen im Zimmer ein wenig nach oben schrauben können. Wir bleiben zwar jetzt für eine ganze Weile auf ca. 2000m, werden aber weiter südwärts fahren. Dann wird es wieder wärmer...denken wir.
Die Leute sind hier weniger offen und viel reservierter als es die Amerikaner waren. Es gibt aber dennoch interessante Begegnungen und Gespräche. Der Verkehr ist weniger schlimm als erwartet und die Camionfahrer überholen uns ganz anständig, ohne dass wir in den Strassengraben fiehen müssen.
Von Durango fuhren wir weiter nach Zacatecas auf 2500m. Die wunderschöne Altstadt wurde zurecht zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Wir machten eine Stadtrundfahrt, besuchten die Silbermine und fuhren mit der Gondel, made in Switzerland, auf den Cerro de la Bufa.
Grundsätzlich sei jedoch hier erwähnt, dass alle Kolonialstädte bisher ein charmantes Altstadtviertel mit klotzigen Kirchen, Plätzen und Parks zu bieten hatten.
Auch auf dieser Höhe ist eine Heizung keine Selbstverständlichkeit. Aber wir kämpfen manchmal um einen kleinen Ofen, mit dem wir die Temeperaturen im Zimmer ein wenig nach oben schrauben können. Wir bleiben zwar jetzt für eine ganze Weile auf ca. 2000m, werden aber weiter südwärts fahren. Dann wird es wieder wärmer...denken wir.
Die Leute sind hier weniger offen und viel reservierter als es die Amerikaner waren. Es gibt aber dennoch interessante Begegnungen und Gespräche. Der Verkehr ist weniger schlimm als erwartet und die Camionfahrer überholen uns ganz anständig, ohne dass wir in den Strassengraben fiehen müssen.
Mittwoch, 12. November 2008
¿Habla español usted?
Nach fuenf geruhsamen und radlerfreien Tagen in Los Angeles machten wir uns auf den Weg nach Mexiko. Die Strecke der Pazifikkueste entlang bis zur Grenze beanspruchte drei Tage, welche wir uns jeweils mit einer Uebernachtung bei Warmshowers-Mitgliedern versuessten.
Wir waehlten den Grenzuebergang bei Tecate, weil uns derjenige bei Tijuana als zu gefaehrlich und muehsam abgeraten wurde. Gesagt getan: Die Grenzformalitaeten in Tecate waren im Nu erledigt und schon radelten wir in eine andere Welt. Wir waren schon frueher in Lateinamerika unterwegs und wussten also, was uns erwartete. Auf einen Schlag ist alles lauter, quirrliger, kitschiger und dreckiger. Zudem werden wir jetzt wieder von Hunden verfolgt. Dafuer gibt es jeden Tag Tacos, Quesadillas und dergleichen. Nachschub findet man an fast jeder Strassenecke. Welch ein Genuss. Ausserdem durften wir endlich unser Spanisch auspacken.
Es fuehrt eigentlich nur eine Strasse, die Mex 1, durch die gesamte Halbinsel Baja California. Die Baja California ist die Verlaengerung von Kalifonien der USA und wird von einigen Gebirgen durchzogen. Wir fuhren die Mex 1 von Tecate nach La Paz, welche ca. 1500km betraegt, in gut zweieinhalb Wochen ab. Der Verkehr nahm von Norden nach Sueden ab. Die Mexikaner winkten und hupten uns sehr oft aus ihren Vehikeln zu. Ansonsten sind sie eher reserviert und scheu.
Anfangs mussten wir uns wieder an den lateinamerikanischen Alltag gewohenen. Beispielsweise ist hier der Nachschub an Sonnencreme oder Veloschlaeuchen schwer. Teilweise herrschten im Inland bis zu 47 Grad auf dem Velo. Dafuer hatten wir aber seit Utah in den USA keinen Regentag mehr!
Der noerdliche Teil der Halbinsel hat uns nicht speziell gefallen, fuehrt die Strecke von einem unattraktivem Ort zum anderen und hat ausser Wueste nicht sehr viel zu bieten. Der suedliche Teil jedoch wartet mit schoenen Straenden und Oasen auf, welche wir natuerlich nicht ausgelassen haben. San Ignacio ist beispielsweise eine Oase mit unzaehligen Dattelpalmen, welche aufgrund eines unterrirdisch entsprungenen Flusses wachsen. Die Datteln sind um Laengen besser, als diejenigen die wir in der Schweiz bekommen. Der suedliche Teil ist von Millionen Kakteen und Sukkulenten uebersaeht. Das wilde Zelten am Fusse dieser Gewaechse und das Sonnenspiel hatten etwas ganz Spezielles.
Toll waren auch die Bekanntschaften, die wir bei unseren zwei Uebernachtungen (beides Amis) via Couchsurfing und Warmshowers gemacht haben. Bei Roberta, die an einer wunderschoenen Bucht wohnt, konnten wir uns mit Kayaks und Schnorchel austoben. Waehrend dem Fruehstuck konnten wir Kolibris an der Futterstelle beobachten. Weiter haben wir Bekanntschaften mit Pelikanen, Skorpionen und farbenfrohen Fischschwaermen gemacht.
Nun befinden wir uns in La Paz, am unteren Ende der Halbinsel und werden bald mit der Faehre nach Mazatlán auf dem Festland uebersetzten. Wir freuen uns auf Neues in den Bergen.
Wir waehlten den Grenzuebergang bei Tecate, weil uns derjenige bei Tijuana als zu gefaehrlich und muehsam abgeraten wurde. Gesagt getan: Die Grenzformalitaeten in Tecate waren im Nu erledigt und schon radelten wir in eine andere Welt. Wir waren schon frueher in Lateinamerika unterwegs und wussten also, was uns erwartete. Auf einen Schlag ist alles lauter, quirrliger, kitschiger und dreckiger. Zudem werden wir jetzt wieder von Hunden verfolgt. Dafuer gibt es jeden Tag Tacos, Quesadillas und dergleichen. Nachschub findet man an fast jeder Strassenecke. Welch ein Genuss. Ausserdem durften wir endlich unser Spanisch auspacken.
Es fuehrt eigentlich nur eine Strasse, die Mex 1, durch die gesamte Halbinsel Baja California. Die Baja California ist die Verlaengerung von Kalifonien der USA und wird von einigen Gebirgen durchzogen. Wir fuhren die Mex 1 von Tecate nach La Paz, welche ca. 1500km betraegt, in gut zweieinhalb Wochen ab. Der Verkehr nahm von Norden nach Sueden ab. Die Mexikaner winkten und hupten uns sehr oft aus ihren Vehikeln zu. Ansonsten sind sie eher reserviert und scheu.
Anfangs mussten wir uns wieder an den lateinamerikanischen Alltag gewohenen. Beispielsweise ist hier der Nachschub an Sonnencreme oder Veloschlaeuchen schwer. Teilweise herrschten im Inland bis zu 47 Grad auf dem Velo. Dafuer hatten wir aber seit Utah in den USA keinen Regentag mehr!
Der noerdliche Teil der Halbinsel hat uns nicht speziell gefallen, fuehrt die Strecke von einem unattraktivem Ort zum anderen und hat ausser Wueste nicht sehr viel zu bieten. Der suedliche Teil jedoch wartet mit schoenen Straenden und Oasen auf, welche wir natuerlich nicht ausgelassen haben. San Ignacio ist beispielsweise eine Oase mit unzaehligen Dattelpalmen, welche aufgrund eines unterrirdisch entsprungenen Flusses wachsen. Die Datteln sind um Laengen besser, als diejenigen die wir in der Schweiz bekommen. Der suedliche Teil ist von Millionen Kakteen und Sukkulenten uebersaeht. Das wilde Zelten am Fusse dieser Gewaechse und das Sonnenspiel hatten etwas ganz Spezielles.
Toll waren auch die Bekanntschaften, die wir bei unseren zwei Uebernachtungen (beides Amis) via Couchsurfing und Warmshowers gemacht haben. Bei Roberta, die an einer wunderschoenen Bucht wohnt, konnten wir uns mit Kayaks und Schnorchel austoben. Waehrend dem Fruehstuck konnten wir Kolibris an der Futterstelle beobachten. Weiter haben wir Bekanntschaften mit Pelikanen, Skorpionen und farbenfrohen Fischschwaermen gemacht.
Nun befinden wir uns in La Paz, am unteren Ende der Halbinsel und werden bald mit der Faehre nach Mazatlán auf dem Festland uebersetzten. Wir freuen uns auf Neues in den Bergen.
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